Jungfrau (24.8.-23.9): Beryll

Der gelbe Beryll (Goldberyll) gehört zu den edelsten Steinen. Er ist ein Bruder  des rosa Morganits und des gelbgrünen Heliodors, sowie des seltenen himbeerfarbigen Bixbit.

Sein schöner Glanz und die große Härte machen ihn zu einem begehrten Schmuckstein mit hohem Wert.

Meist kommt er aus Pegmatitlagerstätten Brasiliens oder Afrikas und ist oft auch von großer Reinheit. Er läßt sich hervorragend schleifen und polieren. Trotzdem ist er immer ein wenig im Abseits zu seinen berühmtesten Brüdern, dem grünem Smaragd und dem blauen Aquamarin.

Berylle können noch viele weitere Farben haben, vor allen Pastelltöne, die doch sehr modeabhängig sind. Derzeit ist der Gelbe Beryll eher wenig gefragt. Das kann sich aber schnell wieder ändern. Er wartet derzeit auf seinen großen Auftritt. Liebhaber schätzen den Beryll als brillanten Edelstein. Unser Beispiel zeigt ihn als Spiegelschliff, wie er in den 90er Jahren bis ca. 2005 gerade besonders modern war.

Löwe (23.7.- 23.8.) : Bergkristall

Der farblose Quarz heißt Bergkristall, bei zahlreichen Einschlüssen wird er zum Milchquarz. Der reine Quarz ist seit jeher ein beliebter Edel- und Dekorstein. Er wurde für prunkvolle Gefäße verwendet, die die Hoftafeln der Fürsten zierten. Hinter klaren Bergkristallscheiben und Linsen wurden Reliquien zur Schau gestellt. Bergkristalle waren aber auch stets als Rohkristallgruppen beliebt, die häufig aus den Alpen oder Brasilien stammen. Der klare Quarz wurde stets auch mit dem edelsten Stein, dem Diamanten verglichen: "Böhmischer Diamant", Herkimer Diamant oder "Arkansas Diamant" meint natürlich nichts anderes als den Bergkristall.

Berühmt wurden die perfekten Bergkristallarbeiten der Mayas, obwohl die berühmteste Arbeit der Schädel von Lubaantun bis heute umstritten ist.

Als Grundstoff für Repliken großer und berühmter Diamanten ist der klare Quarz ebenso wie auch Bleiglas, sehr beliebt.

Unser Bild zeigt einen prächtigen Waldviertler Bergkristall von 90 ct aus Langau, der erst letzes Jahr gefunden wurde.

Heute haben synth. Quarze aus hydrothermaler Herstellung in großen Mengen den Markt überschwemmt, so dass Steine mit kleinen Naturmerkmalen durchaus geschätzt sind.

Krebs (22.6. - 22.7.) : Chrysopras

Der Chrysopras ist der wertvollste Stein der Chalcedongruppe. Seine Farbe verdankt er einer Beimengung von Nickel. Sein grüner Bruder ist der Prasopal, dessen Substanz aus nicht kristallisierten Quarz besteht.

Die Farbe kann von zartem bläulichgrün bis zu einem intensiven, dunklen Apfelgrün reichen. Steine ohne Risse und Matrix des Muttergesteins sind die wertvollsten und werden nach Gramm gehandelt. Die berühmten historischen Chrysoprase stammen aus Schlesien im heutigen Polen. Friedrich der Große von Preussen erkor ihn zu seinem Lieblingsstein und ließ seine Schlösser damit reich ausstatten. Er initiierte auch einen eignen Schliff für den lauchgrünen Edelstein, den "Friderizianischen Schliff", der unten ein Cabochon und oben eine große Tafel mit gekreuztenFacetten hat.

Das zarte Grün war neben rosa und himmelblau eine der Rokoko-Modefarben.

Heute werden die schönsten Chrysoprase in Tansanien und Australien gefunden.

In Nieder-Österreich finden findet man leider keinen Chrysopras, aber sehr selten den schönen grünen Chromchalcedon (Dietmannsdorf an der Wild), der seine Färbung tatsächlich Chromoxid verdankt. Mit diesem Metalloxiden beizt man auch künstlich helle graue Achate und erhält mit dieser Behandlung den berühmten Grünachat, der der Modestein der 1970er Jahre war.

Wie alle Chalcedone ist der Chrysopras zäh und hart, etwas spröde und poliert sehr gut. Dadurch ist er für Schmuckzwecke gut geeignet.

Er ist heute kein sehr viel verwendeter, aber alt bekannter Edelstein, der keinen großen Modeströmungen unterliegt.

Zwilling (21.5.-21.6.): Citrin

 

 

Der Citrin ist ein Kristallquarz. Er hat seine gelbe Farbe von Eisenoxiden. In der Natur finden sich zahlreiche Farbtönungen von zartgelb bis sattes weingelb. Es gibt Übergänge zum braunen Rauchquarz und zu farblosen Bergkristall, sowie Mischungen mit Amethyst, den sogenannten Amethrin. Übergänge zu grünen Quarzen bildet der Lemmoncitrin.

Zahlreiche prächtige Tönungen entstehen durch tradionelles Brennen von Amethyst, der dann hellgelbe bis orangerotbraune Farben zeigt. Man spricht im Handel von Goldcitrin, Palmyracitrin oder Madeiracitrin, ja nach Farbe.

Es sind die typischen Citrine des Handels und weit verbreitet.

Diese wertvollen Edelsteine werden heute in großen Mengen auf hydrothermalen Weg synthetisch hergestellt.  In geschliffenen Zustand sind synth. Citrine nur schwer identifizierbar. Darin liegt ein Hauptproblem. Es ist daher wichtig, beim Kauf auf kleine Naturmerkmale zu achten. Typische Einschlüsse und Farbverteilungen, wie sie nur bei künstlichen Steinen vorkommen, sind zu beachten, wenn man sicher sein will einen natürlich gewachsenen Citrin zu erwerben.

Viele Citrin werden bestrahlt und gebrannt. Aus manchen gelbbraunen Rauchquarzen lassen sich durch Brennen schöne goldgelbe Citrine gewinnen.

Grünlichgelbe Lemmoncitrine entstehen heute durch die oben genannte Prozesse meist aus aus natürlichen Quarzen. Auch hier ist eine eindeutige Identifizierung, ob es sich um einen natürlichen behandelten oder einen synth. Stein handelt,  sehr schwer und mit einfachen gemmologischen Methoden nicht möglich

Es gibt in der Natur tatsächlich auch grünlichgelbe Citrine, doch die sind eine Rarität. Zuletzt kamen schöne orangegelbe Naturcitrine aus dem Kongo.

Im Waldviertel finden sich helle, braungelbe Steine in Heidenreichstein, Brunn bei Dobersberg und selten auch in Langau.

Unser Foto zeigt einen typischen Citrin,der aus Brennen von brasilianischen Drusenamethyst entstanden ist.